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Die innere Leere

Gerade ist es 07:44Uhr schon wieder des 21. Dezembers, aber 2014. Seit drei Tagen ist mein Liebling nun wieder im Norden. Ich bin schon seit einigen Stunden wach und habe auch nur circa drei Stunden geschlafen. Gefühlt habe ich die gesamte Nacht hyperventiliert. Ich kann mich nicht spüren. Alles was ich spüre ist wie sich meine Flanken zusammen ziehen und meine Linea Alba bis zum Intimbereich fühlt sich als, als müsste ich sie aufschneiden und meine inneren Schamlippen samt Klitoris abschneiden. Das Skalpell liegt schon seit Freitagabend neben mir, doch kann ich mir weder meinen Bauch aufschlitzen noch meinen Intimbereich verstümmeln.

Ich weiß nicht was ich gegen meinen Bauch habe. Vielleicht sitzt da einfach das Gefühl der inneren Leere am tiefsten. Ganz deutlich ist mir aber vorhin bewusste geworden, woher der Drang kommt mein Genital zu verstümmeln.

Seit Freitagabend liege ich die meiste Zeit in meinem Bett. Draußen war ich jedenfalls seit dem nicht. Angefangen hat es, weil ich nicht weinen wollte oder wollte nur er das nicht? Ich hab es jedenfalls nicht getan und jetzt kann ich es nicht. Weinen, weil er nun wieder in den Norden gegangen ist und ich große Angst vor der Zukunft habe. Ein wenig bin ich sogar Eifersüchtig, so gern möchte auch ich endlich weg aus dieser Gegend. Die Angst, dass er sich doch nicht geändert haben könnte war am Freitag noch ganz weit weg. Ich vertraute ihm und ich weiß, wir werden uns wiedersehen. Trotzdem ging es mir sehr schlecht und der Drang mich zu verletzen wuchs. Ich wollte weinen, wollte mich selbst wahrnehmen und so stürzte ich immer tiefer hinein, in die innere Leere.

Ich war ruhig und besonnen, und gleichzeitig am hyperventilieren. Ich schrieb ihm eine sms:

„Der Moment ist gekommen wo es langsam weh tut, aber noch immer habe ich nicht geweint, da ich mich auf den Moment freue wenn wir uns wiedersehen.“

Doch ich sank immer tiefer. Er reagierte nicht auf meine anrufe und auch nicht auf die sms. Die innere Angst in mir wuchs. Ich brauchte jemanden zu reden. Ich wollte mit ihm reden. So schrieb ich die nächste sms:

„Du. Mir geht es nicht gut. Ich weiß nicht ob du dein Handy irgendwo liegen hast, oder willst, dass ich alleine mit der Situation zurechtkomme. Wenn es gleich alleine nicht mehr geht, werde ich es bei deinen Eltern auf dem Festnetz versuchen.“

Und ich versuchte es auf dem Festnetz doch niemand ging dran. Ich versuchte es bei seinem Bruder, aber auch damit blieb ich erfolglos. Ich hatte Angst, dass er wieder einmal psychologisch an die Sache herangeht und mich deshalb alleine damit fertig werden lassen will. Ich wollte mit ihm reden. Ich hatte die Hoffnung mich durch ein Gespräch wieder spüren zu können.

Die Angst mich nicht nur selbst zu verletzen, sondern auch wieder an den Punkt der Suizidgefahr zu gelangen wuchs immer weiter. Lag es daran, dass ich genau an jenem Tag, nur wenige Stunden zuvor die ersten Zeilen dieses Buches niederschrieb? Hatten mich die Zeilen so leer gefressen, dass ich jetzt wieder einmal Angst hatte mir etwas antun zu können. Die Angst wuchs und wuchs und so versuchte ich ihn per mail zu erreichen:

„Betreff: HILFE

Ich bin noch nicht so weit. Ich muss unbedingt mit jemandem reden. Ich habe Angst mich zu verletzen.“

Der Weg der mail sollte, so hatten wir es die Woche zuvor abgemacht, für ihn ein sicheres Zeichen sein, dass ich nicht in einer Rolle feststecke und wieder ein Spiel spiele. Nein alles was ich niedergeschrieben hatte war ehrlich und war. Ich konnte guten Gewissens genau diesen Weg der Datenübertragung wählen. Doch er meldete sich nicht und ich schob es darauf, dass er bei seinen Eltern die mail wohl gar nicht direkt bekommen würde.

Später am Abend rief mich ein guter Freund an. Ihm ging es nicht gut, weil seine Ex wohl den Kontakt endgültig zu ihm abgebrochen hat, aber er merkte auch direkt, dass es mir nicht gut ging. Er wollte wissen was los ist und warum eigentlich nicht. Ich habe ihm von meinen Sorgen erzählt, jedoch ohne Namen und eher oberflächlich. Er konnte ruhig wissen, dass es um meinen Ex geht, doch benennen wollte ich es einfach nicht. Er war schließlich ein Freund mit gewissen Zusätzen und ich hatte Angst ihn zu verletzen. Ich erzählte ihm von der Rückkehr in den Norden und das es mir damit nicht gut gehe, weil nun ein vertrauter Mensch jetzt sehr weit weg war. Das war nur ein kleiner Teil von dem was gerade wirklich in mir vorging, aber wie sollte ich ihm erklären was gerade wirklich in mir vorging und ich gerade kiffte, in der Hoffnung mich so wieder spüren zu können.

Erst sehr spät schlief ich ein. Genauso unruhig und hyperventilierend wie in der Nacht zuvor. Ich zuckte und krampfte, doch spüren konnte ich mich nicht. Früh wachte ich auf. Die einzige Zeit am Tag an der ich ein wenig Motivation finden konnte. Erst schrieb ich wieder ein paar Zeilen, dann lernte ich und schlief schließlich über dem Buch wieder ein. Als ich aufwachte war ich ruhig, fast klar. Es war schon Mittag und der Schlaf hatte mir gut getan. Ich fühlte mich frisch und erholt, doch noch immer hatte ich nicht weinen können. Ich wusste, die Leere würde mich wieder packen, doch ahnte ich nicht wie schnell.

Ich war keine zwei Minuten wach, da kam endlich der ersehnte Anruf. Ich habe ihn klingeln lassen. Nicht weil ich nicht telefonieren wollte oder ihm ein schlechtes Gewissen machen wollte. Nein ich wollte ihn direkt zurück rufen, da es für mich kostenlos ist. Ich ging schnell zur Toilette und rief ihn keine zwei Minuten später zurück. Er ging nicht ran. Ich versuchte es immer und immer wieder, doch er hob nicht ab. Warum rief er erst an um dann nicht mehr ans Telefon zu gehen? Mein Misstrauen wuchs. Wusste er nicht ganz genau, ja hatte er nicht sogar darauf gewartet? Der Moment war doch vorhersehbar an dem es mir so schlecht gehen würde. Warum ist er nicht für mich da?

Ich wollte mehr über sein Leben und seine Lügen erfahren, so bin ich irgendwann in seinem e-mail Postfach versunken. Ich las einiges über seine Vergangenen Beziehungen. Was er schrieb kam mir so bekannt vor, auch wenn es bei uns wieder eine ganz andere Situation war. Ich erkannte seinen Kreislauf von Kontaktabbruch und Kontakt suchen, wird er da jemals raus finden? Wird er irgendwann den Kontakt ohne Pause, ein Leben lang halten können, oder wird er irgendwann genau an diesem Kreislauf zerbrechen. Seine einzige Chance ist in Ruhe zu sich zu finden, den Kreislauf selbst zu erkennen und dann wie auch immer daran zu arbeiten.

Recht schnell habe ich auch meine mail entdeckt. Er hatte sie tatsächlich gelesen. Damit hatte ich nicht gerechnet, oder ich hatte es auch nur gehofft, denn schließlich habe ich bis jetzt keine Antwort erhalten. Aber nicht nur das, die mail war wie bedeutungslos im Papierkorb gelandet. Das Vertrauen, dass er sich wieder melden würde ist und war da, daran wird sich auch nichts ändern. Das Vertrauen über unsere Abmachung der Bedeutung einer mail war im Papierkorb.

Natürlich musste er erst einmal zuhause ankommen und brauchte Zeit für sich, aber musste doch auch wissen, dass ich ihn brauchte. Die Zweifel und Ängste wuchsen. Ich urteilte zu schnell, aber die Gefühle saßen zu tief. Ich fühlte mich in meinem Vertrauen verraten, verarscht und missbraucht. Ich wurde wütend, wollte ihn packen und schütteln. Ich wollte eine Erklärung, denn meine mail unbeantwortet im Papierkorb zu finden hat mich verletzt. Er spielte wieder sein Spiel. Er sah einfach nicht, wie sehr ich seine Hilfe brauchte. Ihm war es wichtiger mich von meiner Koabhängigkeit loszureißen. Ich sollte mein Wohlbefinden endlich unabhängig von ihm auf die Reihe bekommen.

Später rief ich erneut bei seinen Eltern an, ich wollte immer noch weinen, aber viel mehr wollte ich inzwischen eine Antwort. Er hat mich verletzt, denn genau wie ich ihm, misstraute auch er mir. Das spürte ich immer deutlicher.

Sein Vater ging ans Telefon, ich meldete mich mit meinem Namen, denn ich wusste er war ihm bekannt. Ich redete wie mit einem Vorgesetzten, ohne Emotionen, klar und deutlich, ohne Unsicherheit und Zittern in der Stimme. Am Telefon beherrschte ich diese Rolle perfekt. Er sei in der Badewanne und würde sich gleich melden, wurde mir gesagt. Ich vertraute den Worten seines Vaters und wurde ruhiger. Aber nach einer Stunde des Wartens brannte das Feuer des Misstrauens wieder lichterloh. Das Telefon blieb stumm.
Irgendwann rief ich erneut an. Diesmal war es seine Mutter die den Hörer abnahm. Vor ihr verstellte ich mich nicht so sehr. Ich vertraute ihr nicht, aber ich konnte ich sie schon etwas besser einschätzen als ihren Mann. Mit ihr hatte ich schließlich schon einmal telefoniert. Sie schaute nach ihm, jedoch schlief er schon. Ich vertraute ihrer Aussage und gleichzeitig misstraute ich ihr. Wir redeten noch kurz. Ich weiß nicht ob sie mein Misstrauen spürte, ich hatte das Gefühl als wollte sie etwas ganz bestimmtes von mir hören. Ich wusste nicht was, aber sie bekam es anscheinend auch nicht zu hören. Für mich war es schön kurz aus der Wut und Leere in eine Rolle schlüpfen und plaudern zu können, aber ich wollte nichts von ihr, sie konnte mir nicht helfen. Ich wollte nur ihn. Nur er konnte mir eine Antwort geben. So war das Telefonat unbedeutend.

An diesem Abend machte ich mir nun keine Hoffnung mehr, irgendwann noch mal was von ihm zu hören. So hörte ich jedoch sehr überraschend von einem gemeinsamen Freund:

Er: Heyho wie geht es dir?

Ich: Hey hatte vorhin auch mal drüber nachgedacht dir zu schreiben

Er: haha und dann schreibe ich dir zuerst

Ich: Ja wusste dann auch nicht so ganz was ich schreiben sollte und dann hab ich es einfach gelassen

Er: na dann fange ich mal an sag mal hast du die neue Handynummer von F.?

Ich: Klar hab ich

Er: Ich möchte ihn da oben ja besuchen, aber bevor ich das nicht mit genauen Uhrzeiten abgesprochen habe buche ich bei dem Chaoten keine Fahrt nach Hamburg xD

Ich: Rose hat immer alles

Er: hahaha stimmt xDD

Ich: Er wünscht sich ja auch, dass ich hoch komme. 0157… Heute brauchstes aber nicht mehr zu versuchen. Wenn mich seine mum grad nicht angelogen hat schläft er schon

Er: ja morgen sollte passen. vielen Dank. aber es ist bedeutend, dass du dich das direkt im Hintergrund fragst.

Ich: Ja so bin ich. Ich trau ihm nicht über den weg

Er: ich muss gestehen ich bin auch noch etwas zwiegespalten, aber auf der anderen Seite bin ich mir sicher es wird eine sehr einzigartige Zeit, egal in welche Richtung

Ich: Da hast du wohl recht. Er hat mir inzwischen Zugang zu seinem email Postfach und paar anderen Seiten gewährt und eben hab ich ein wenig in seiner Vergangenheit gelesen. War echt interessant

Er: das hört sich ziemlich interessant an, aber so intensiv wollte ich mich dann doch nicht mit seinem Leben auseinandersetzen.

Ich: Das hätte ich auch nicht von dir erwartet schließlich hat er nicht zu dir gesagt das er dich in 5 Jahren heiraten will

Er: das hätte ich auch (egal in welcher Lebenslage) leider verneinen müssen hihi. wie sind denn deine Gefühle dazu wenn ich fragen darf? planst du schon die Hochzeit?

Ich: Ich kann es immer nur für den Moment sagen und momentan misstraue ich ihm sehr von daher welche Hochzeit?

Er: das war auch scherzhaft gemeint. was stört dich denn und wieso? ich meine ich finde das gut. Du wirkst unabhängig, überlegt und emotional gefestigt und das freut mich ungemein!!

Ich: Gerade bin ich alles andere als gefestigt, warum ich ihn heute auch mehrmals versucht habe zu erreichen. Aber ich bin innerlich gewachsen und habe ein größeres Misstrauen gegenüber manschen entwickelt denn schließlich lügen wir alle und F. am meisten. Bei ihm erkenne ich aber inzwischen jede Lüge

Er: ich verstehe was du meinst und ich stimme dir irgendwo auch zu. Mein Gedanke dazu ist aber, dass man nicht immer und überall nachdenken sollte wer mich wo anlügen könnte

Ich: Er weiß das es mir seit gestern Abend echt beschissen geht aber er spielt gerade wieder ein Spiel. Nicht schön aber es wird mich nicht umbringen

Er: Was möchtest du denn aktuell für dich im Leben? Unabhängig von F.?

Ich: Meine Konzentration zurück. Seitdem ich mit meinen Augen so krank war und dadurch psychisch stark abgebaut habe hat meine Konzentration und meine Kraft Dinge zu erledigen stark abgenommen und das versuche ich mir momentan zurück zu erkämpfen

Er: da habe ich auch starke einbüßen erleiden müssen und ich kann nur Raten woher..

Ich: Ich muss seit zwei Wochen eine Rechnung schreiben. Ne Sache von 10min aber ich kann mich einfach nicht bewegen wenn es um solche Sachen geht. Früher hab ich sowas keine 5min liegen lassen

Er: same here… ich will seit etlichen Monaten Altlasten endlich mal Kündigen, müsste für jedes Fach in der Uni endlich mal nacharbeiten. und vorbereiten habe ich in der Zeit auch nur minimal getan. ich kann mit teilweise tagelang kaum Kontentrieren etc. pp

Ich: Ja ist nen scheis Gefühl

Er: ich suche mir ja für alles immer gute Sprüche raus xD die machen vieles besser

Ich: Bin schon fast stolz auf mich das ich es heute endlich geschafft habe mal 2 Überweisungen zu tätigen

Er: läuft ^^

Ich: Ich hab gestern angefangen nen Buch zu schreiben. Mal schauen was mir diese Art der Verarbeitung bringt

Er: Aufschreiben hilft mir sehr viel, aber als Tagebuch und nicht Buch-Buch

Ich: Wollte eigentlich erst nen Brief schreiben aber ich finde kein Ende und nen Briefcharakter hat es schon lange nicht mehr

Er: dazu kann ich nichts sagen. Es ist nur wichtig, dass es dir hilft

Ich: Ich schau einfach was draus wird

Er: genau ganz locker

Ich: Bin grad voll unentschlossen ob ich mir jetzt ne Tüte baue oder einfach nur rauche

Er: auch bei der Entscheidung kann ich dir nicht helfen xD die Tüte kann helfen zu entspannen oder einen komplett verspannen. also so ist es bei mir zumindest

Ich: F. hat mir ja bisschen was gegeben und dann auch noch seinen eigenen Vorrat bei mir vergessen also bin ich seit gestern Abend nur am kiffen….

Er: ^^keine gute basis mit dem was du mir beschreibst

Ich: Das musst du mir erklären

Er: du sagtest du fühlst dich nicht so gut, weswegen du auch mit F. heute reden wolltest und dann das du dich seit gestern weg kiffst die Kombination kenne ich bei mir nicht als den Weg, dass es mir danach langfristig besser geht

Ich: Ne das kiffen ist kein wegkiffen. Hab gestern auch erst gebaut nachdem ich F. nicht erreichen konnte und es mir richtig schlecht ging. Das kiffen hat mich da eher rausgeholt. Du kennst die unerträgliche leere im Kopf. Da ist kiffen bei mir genau das richtige. Dann spüre ich mich wenigstens wieder

Er: klar kenne ich das!! leider zu gut. Hmm. ich will da jetzt nicht Moral apostelln oder wie man es auch sagen will, aber ich denke du weißt was ich meine. also du hast noch gefühle für F.?! ..bzw lass es mich anders formulieren. ich wollte da nicht im Raum mit rumstochern. aber der Satz, da habe ich F. nicht erreicht und mir ne tüte geraucht

Ich: Ja manchmal schon manchmal nein es geht mir aber nicht um die Gefühle, sondern darum, dass wir uns nichts vormachen können und ich ihn gestern echt gebraucht hätte. Ja ich war kurz davor mich zu verletzen einfach nur um mich zu spüren in nem klaren Moment hab ich dann F. vergeblich versucht zu erreichen. Er hätte mir den Kopf waschen können. Ich hatte gehofft, dass das Gras mich von dem Gedanken abbringt und bis jetzt hat es halbwegs funktioniert

Er: möchtest du da drüber reden?

Ich: Was gibt es über eine leere zu reden

Er: Es gibt immer etwas zu reden und seien es nur die Umstände dazu, aber ich will dich da nicht reinzwingen da drüber weiter nachzudenken oder zu sprechen wenn du es nicht willst. ich wollte dir nur damit sagen, dass wenn du reden möchtest ich gerne mit dir darüber reden würde

Ich: Bin dir dafür sehr dankbar. Momentan hab ich einfach nurAangst mich weiter zu verletzen und ich bin momentan definitiv zu misstrauisch

Er: das verstehe ich voll und ganz

Ich: Du kannst mir sagen was du willst für mich schreibst du auch grad im Auftrag von F.. Seitdem ich merke wie sehr Menschen lügen glaube ich momentan nichts mehr. Ich weiß, dass es übertrieben ist aber so ist das wohl erstmal wenn man sich und die anderen Menschen neu kennenlernt

Ich: da liegst du falsch. F. und ich haben zwar einen recht guten Draht zueinander aus meiner Sicht, ich habe dich angeschrieben weil ich seine Nummer brauchte und habe weiter mit dir geschrieben weil ich mich gefreut habe wie du dich entwickelt hast und ich somit auch wieder mehr platonisch mit dir anfangen konnte/kann

Er: und habe weiter mit dir geschrieben, weil ich die Abgründe die es manchmal in einem gibt auch auf meine eigene Art kennen gelernt habe (ohne diese mit deinen vergleichen zu wollen) und habe dir aus Mitgefühl und etwas Sorge angeboten das du darüber reden kannst. da mir das auch immer wieder gut tut

Ich: Ich weiß das es dir gut tut und ich wollte dir auch nichts unterstellen nur ist halt mein Misstrauen gerade sehr groß

Er: du musst darauf auch nicht antworten. auch das verstehe ich. ich wollte das nur in den Raum stellen, das ist nichts wofür du dich rechtfertigen kannst. du kannst es annehmen oder es lassen

Ich: Ich versuche seit Freitag zu weinen und ich kann es einfach nicht

Er: ich kann seit ca. 10 Jahren nicht weinen

Ich: Hab ich mir schon gedacht

Er: wieso möchtest du weinen und wieso hast du dir das gedacht?

Ich: Du spielst eine Rolle wie wir alle und etwas fehlt bei den Rollen. Deshalb können wir nicht weinen. Hab das bei dir sehr früh erkannt. F. hat mir da auch bisschen was über dich erzählt, zwar nichts was ich nicht schon wusste aber es tat gut noch mal von jemandem bestätigt zu bekommen, dass es nicht nur mir so geht. Ich versuche zu weinen, weil ich dann am besten zu mir finde und Gefühle verarbeiten kann und es macht mir Angst, dass ich deshalb schon mal wieder mit dem Skalpell in der Hand da sitze. Ich war noch nie gut darin mich zu verletzen. Geschafft habe ich es bisher nur 2 mal und gebracht hat es mir eigentlich nichts

Er: so habe ich noch nie über das Weinen nachgedacht muss ich gestehen…letzteres würde ich aber als Qualität sehen, es bringt nichts sich zu verletzen! In keiner Form. dann rauch lieber nen Joint

Ich: Wenn wir aufrichtig weinen sind wir so weit weg von unseren Rollen wie sonst nie

Er: darüber kann ich nichts sagen, ich kenne das Gefühl zum Weinen nicht. das letzte Mal als ich geweint habe musste ich mich auch zu dem traurigen Gefühl, trotzdem etwas zwingen und an einmal davor kann ich mich nicht erinnern

Ich: Für mich ist weinen fast eine Sucht weil ich weg von meiner Rolle will. Und wenn ich nicht weinen kann ist das wie ein Entzug der mich depressiv macht

Er: Das ist kein sehr schönes Gefühl! …

Ich: Nein das ist es nicht. Und momentan hab ich auch Angst F. zu früh wieder mein Vertrauen geschenkt zu haben was mich heute einfach unfassbar belastet

Er: Um ehrlich zu sein denke ich das auch. Ich finde F. ist ein unglaublicher Mensch mit dem Verständnis für sehr viel und einer noch größeren Charismatik. Aber da liegt teilweise auch das Problem, er verfolgt seine eigenen Ziele und wenn ich darauf zurückblicke wie ich dich kennen gelernt habe und wie ich dir begegnet bin nach der Funkstille. Muss ich sagen, die Zeit ohne ihn hat dich sehr weit gebracht. Denk daran es geht in erster Linie um dich und nicht darum irgendwelche Erwartungen zu erfüllen

Ich: Ja aber die letzte Zeit wieder mit ihm hat mich noch viel weiter gebracht

Er: aber gleichzeitig zweifelst du an dem Kontakt. Es ist in meinen Augen wichtiger fest zu stehen als zu schnell voran zu stolpern in der Hoffnung eine Antwort zu finden. Lieber einen Schritt langsam vor den anderen zu setzen

Ich: Ja er hat meiner Meinung nach heute einen großen Fehler gemacht. Wenn es mir richtig schlecht geht sollte ich ihm eine mail schicken und er hat mir ja alle Passwörter eingespeichert um in seiner Vergangenheit zu lesen und ihn besser verstehen zu können. Naja vorhin habe ich dann ein paar mails von seiner Ex und ihm gelesen und meine mail im Papierkorb gefunden. Das tat scheise weh

Er: deine Mail von früher oder eine aktuelle?

Ich: Ein Hilferuf den ich heute abgeschickt habe

Er:uff. Entweder hast du dann eine Form der Antwort bekommen und ziehst daraus eine Konsequenz oder du verstehst, dass auch F. in seinem ganz eigenen Konstrukt gefangen ist

Ich: Ja und das nachdem er gerade den Kontakt über mail als weg gewählt hat, wenn ich wirklich seine Hilfe brauche. F. ist in einer endlosschleife gefangen

Er: ich glaube ich sehe das ähnlich aber wie meinst du das?

Ich: In seinem Leben wiederholt sich seit Jahren alles. Er verzieht sich weil er wieder mit sich selbst überfordert ist. Dann bereut er und kommt voller Emotionen zurück

Er: das kann ich so genau nicht beurteilen. ich sehe bei ihm, dass er an einigen Punkten vielleicht zu spielerisch ist. Sowohl mit sich selbst als auch mit anderen wenn es zulässt

Ich: Ich weiß nicht ob spielerisch das richtige Wort ist. Ich halte ihn eher für in gewissen punkten zu naiv. Denke aber wir meinen dasselbe

Er: ich denke auch wobei ich denke mit dem Alter sollte man nicht mehr so naiv sein, deswegen würde ich es spielerisch nennen

Ich: Egal wie wir es nennen ich bin ihm da sehr ähnlich. Deshalb hat er auch ein leichtes Spiel mit mir

Er: ja das stimmt. darf ich dich noch etwas fragen?

Ich: Klar

Er: Wie empfindest du zu deinem Typen aus Metalflirt? ich habe den Namen wieder vergessen und wieso stellst du genau dann wieder den Kontakt zu F. wieder her? -.-

Ich: D…..ich mochte ihn sehr habe aber nach dem ersten Treffen gemerkt das wir beziehungstechnisch nicht zusammen passen. Der Kontakt zu F. hat mit D. nichts zu tun eher damit, dass F. und ich sehr ehrlich zueinander sein können wenn wir es zulassen. Mit F. hatte ich keinen Sex als ich noch nicht wusste worauf es mit D. hinausläuft. Erst danach sind F. und ich uns wieder sehr nah gekommen. D. ist inzwischen mit einer anderen zusammen. Die beiden werden es zwar auch verkacken und anfangs hat es auch echt weh getan die beiden zu sehen aber ich freue mich erst einmal für ihn.

Für mich war das Gespräch hilfreich, aber ich hatte es nicht gebraucht. Es half mir nicht aus der Leere und brachte mich nicht zum weinen. Es war schön mich ihm öffnen zu können und seine positive Reaktion darauf zu erfahren. Doch danach war ich immer noch in meiner Leere voller Misstrauen gefangen und ich war noch einige Stunden wach bis ich endlich einschlief.

Sehr früh bin ich aufgewacht. Als ich nun schon gar nicht mehr daran geglaubt und dennoch gehofft hatte, rief er mich nun endlich an. Ich dachte kurz darüber nach ihn weg zudrücken und zurück zu rufen, damit er Geld spart, doch diesmal ging ich ran. Ich wusste, dieses Gespräch wird nicht ruhig. Nein es würde krachen. Er hatte mich aus dem schreiben herausgerissen und ich war nicht wirklich vorbereitet. So konnte ich auf seine ruhigen Fragen, was denn los sei, erst gar nicht richtig antworten. Er wusste, dass es mir nach dem Abschied schlecht gehen würde und er hatte auf den Moment des Telefonterrors gewartet. Doch ich wusste, dass er jetzt davon genervt und enttäuscht war, bevor er es mir deutlich zu verstehen gab. Ich hatte mit unterdrückter Nummer bei seinen Eltern angerufen und das wurmte ihn. Ich hatte es mir schon gedacht, jedoch geht das mit meinem Festnetztelefon gar nicht anders. Seine Vorwürfe überraschten mich kaum. Ich hatte mir nichts vorzuwerfen, denn noch war ich nicht soweit und ich brauchte ihn zum weinen. Und wie ich es gehofft hatte, weinte ich schon nach wenigen Sekunden. Er konnte mich nicht verletzen, denn ich konnte mit Hilfe der Tränen endlich durchatmen. 33 Minuten und 41 Sekunden, eine Zeit in der es Vorwürfe und Misstrauen auf beiden Seiten hagelte. Eine Zeit in der er mich von meiner schon erwähnten Koabhängigkeit überzeugen und wegbringen wollte. Natürlich hatte er Recht, schließlich hatte ich nur den Kontakt gesucht um weinen zu können und dafür brauchte ich ihn. Aber es heißt nicht, dass ich nicht auch und vielleicht auch gerade ohne ihn glücklich sein kann. Meine Zeit der Therapie wird kommen, aber vorher habe ich etwas zu erledigen. Ja es gefällt ihm nicht, aber erst werde ich meine Ausbildung beenden. Vielleicht werde ich scheitern, aber ich werde alles versuchen. 33 Minuten und 41 Sekunden hat es gebraucht bis er aufgelegt hat. Er wollte und konnte die Situation so nicht akzeptieren.

Nach dem Gespräch konnte ich endlich ins Wohnzimmer gehen und mir nur eine Zigarette statt einen Joint drehen, denn durch das weinen hatte ich mich endlich wieder gespürt. Auch den Hunger spürte ich nun wieder.

Der 21. Dezember 2013

Es war der 21. Dezember 2013.
Ich bin mit verklebten Augen aufgewacht. Kein Weltuntergang, so eine Bindehautentzündung ist nicht schön aber schnell behandelt, dachte ich…Doch schon zwei Tage später hatte ich so starke Schmerzen, dass ich mit meiner damaligen Affäre in die Notaufnahme der Uniklinik Düsseldorf gefahren bin. Wir verbrachten über zwei Stunden im Wartezimmer und die Schmerzen waren kaum erträglich. Ich merkte, dass die Ärzte und Schwestern mich mieden und irgendwie Angst vor mir hatten, aber mit den Tropfen sollte alles innerhalb einer Woche weg sein. Sie vermuteten die Augengrippe. Meine Mutter hatte die Augengrippe und auch sehr starke Schmerzen gehabt, von daher gab ich mich mit dieser Diagnose zufrieden auch wenn ich nicht besonders glücklich darüber war.
Weihnachten verbrachte ich bei meiner Mutter, wo auch meine Brüder waren. Ich hasse Weihnachten. Alle spüren das unausgesprochene im Raum. Wie ein schmerzliches elektrisches Feld steht es zwischen uns. Doch alle schweigen und versuchen in ihren erlernten Rollen krampfhaft glücklich zu sein. Meinen Brüdern gelingt das ohne große Probleme, meine Mutter muss da schon mehr kämpfen und ich kann meine Trauer kaum verbergen, was die anderen merken und reizbar macht.
In diesem Jahr war ich also zusätzlich auch noch krank und von starken Schmerzen geplagt. Alle aus der Familie wissen, dass ich an Weihnachten, wie sie es wohl sagen würden, besonders nervig und zickig bin. So hat niemand verstanden wie schlecht es mir ging und ich wirklich Ruhe brauchte. Nach einiger Zeit, habe ich meine Isomatte und meinen Schlafsack genommen und mich in die Küche gelegt, welche nur durch eine Theke vom Wohnzimmer getrennt ist. Schlafen konnte ich nicht, dafür waren die Schmerzen zu groß und dank mangelnder Rücksichtnahme meine Familie war es auch einfach zu laut.
Es begann eine lange Zeit der Schmerzen und Einsamkeit. Abgesehen von meiner Mutter, waren die vielen Ärzte meine einzigen sozialen Kontakte.
Ich hatte einen ambulanten Augenarzt bei mir in der Stadt gefunden zu dem ich nun ging. Wie in Düsseldorf merkte ich auch hier sofort seine Angst. Ich musste außerhalb der Sprechstunden kommen, da ich eine Gefahr für die anderen Patienten darstellte und auch er versuchte so gut wie möglich den Abstand zu wahren. Seine Angst ließ ihn richtig unfreundlich werden. Trotzdem schickte er mich mit neuen Augentropfen in die Schule. Die Tropfen sollten die Rötung lindern, sodass die in der Schule nichts von meiner Erkrankung sehen könnten, doch weder die Rötung noch sonst irgendwas besserte sich und lange hielt ich den Schulalltag nicht stand. Mir ging es von Tag zu Tag schlechter.
Anfangs war nur das rechte Auge betroffen, doch bald fing auch das Linke an zu verkleben, rot zu werden und zu schmerzen. Meine Sicht wurde immer schlechter. Immer häufiger war mir schwindlig und ich fühlte mich schlapp auf den Beinen. Die 300m zum Einkaufen fielen mir unendlich schwer, bis ich mich einmal auf dem Weg vor Anstrengung übergeben musste. Ich konnte nicht mehr alleine zuhause bleiben, denn meine Gehstrecke hat sich inzwischen auf 50m verkürzt.
Nun wohnte ich also bei meiner Mutter, doch irgendwie musste ich ja trotzdem zum Arzt kommen und da sie natürlich arbeiten musste bin ich halb blind mit meinem Auto durch die Gegend gefahren. Wie ich das ohne Unfall hinbekommen habe? Ich habe keine Ahnung. Legal war es in jedem Fall nicht. Doch irgendwann war ich fast blind und musste Busfahren. Busfahren ohne den Fahrplan oder die Nummer auf dem Bus erkennen zu können.
Nachdem meine Mutter von der Arbeit kam, ging der Stress für sie direkt weiter. Sie kochte für mich und versuchte mich mit aller Kraft bei Laune zu halten, doch mir ging es immer schlechter. Die Beine trugen mich immer weniger und die Isolation machte mich traurig und mutlos.
Jede Woche bin ich zu neuen Ärzten, doch alle waren sie ratlos. Sie sahen nicht wie schlecht es mir ging und spielten meine Symptome runter. Immer wieder hörte ich die Worte: „In zwei Wochen bist du wieder fit.“ Ich glaubte schon lange nicht mehr daran.
Ich machte mir Sorgen um die Ausbildung, denn ich stand kurz vor dem Examen. Ich konnte nicht in die Schule und die Fehlzeiten häuften sich. Nicht einmal lernen konnte ich. Das Examen sollte für mich die Erlösung aus dem Ruhrgebiet sein. Eine Ecke Deutschlands in der ich mich so unwohl wie noch nie fühlte. Nach dem Examen wollte ich endlich unabhängig von meinen Eltern sein, in eine ganz andere Gegend ziehen und einfach neu starten. Doch mit jedem weiteren Tag der Erkrankung wurde genau dieses so wichtige Examen immer unerreichbarer.

Das Jahr 2014 und wie es mein Leben verändert hat

Logo_Taize_otze_2Der Zeitpunkt ist nun gekommen.

Ich habe wieder einmal Stift und Zettel in der Hand und lausche leisen ruhigen Gitarrenklängen über YouTube und weiß noch nicht wirklich wo mich dieser Abend hinbringt.

Inzwischen ist das Fieber runter gegangen und meine Gedanken sind nicht mehr ganz so wirr wir noch vor wenigen Stunden. Fast bereue ich es nicht schon eher Stift und Zettel in die Hand genommen zu haben. Was wäre da wohl nieder geschrieben worden? Wahrscheinlich hätte ich beim späteren durchlesen der Zeilen nicht einmal selbst einen Zusammenhang finden können. Aber es macht jetzt keinen Sinn mehr darüber nachzudenken, denn das Fieber ist weg ob ich jetzt froh darüber bin oder nicht.

Was jedoch nicht vorbei ist, ist eine wunderbare Freundschaft.

Im Internet habe ich vor gar nicht allzu langer Zeit sein Profil entdeckt und wir hatten beide direkt den Impuls dem anderen zu schreiben. Den ersten Schritt hatte er gemacht. Naja er war einfach schneller als ich, was sich auch später noch öfter zeigen sollte. 2 Tage später haben wir uns schon getroffen. Es war der Tag an dem ich meinen Twingo wieder gefunden habe. Mein Twingo war mir zu Ostern gestohlen worden und so fuhr ich in dieser Zeit einen unglaublich bescheidenen Smart, doch nun hatte ich meinen heiß geliebten Twingo endlich wieder. Ich hätte eigentlich zur Polizei gemusst um den Fund zu melden, aber dafür war keine Zeit und ich stieg einfach in mein kleines Auto und fuhr es vor die Haustür, da ich Angst hatte es am Abend an der Stelle wo ich es gefunden hatte nicht mehr vor zu finden.

Nun war ich aber ernsthaft spät dran und sprintete in meinem, wie oben schon erwähnt, nicht wirklich schnellen Tempo zum Bahnhof. Durch die Überpünktlichkeit meiner Mutter habe ich zumindest gelernt immer pünktlich zu sein und das wollte ich auch diesmal. Sein Zug hatte zum Glück etwas Verspätung und so war ich tatsächlich noch vor ihm da und wartete in der Bahnhofshalle. Erkannt habe ich ihn sofort. Es war ein hübscher, kleiner, fröhlicher und irgendwie verspielter Mann der da auf mich zu kam und ich wusste, dass wir einen schönen Tag vor uns hatten. Ein Tag mit dem vieles begann.

Wir saßen am Flussufer, haben viel geredet und noch mehr gelacht, er mochte es mich zu necken, nur leider fing ich deshalb auch wieder mit dem rauchen an. Über meine Haare, in denen sich angeblich etwas verfangen haben sollte, hatte er Nähe gesucht und gefunden, doch welche unglaubliche Geschichte dieser Mensch damit in Gang gesetzt hatte, hätten wir beide damals niemals geglaubt. Als es zu regnen anfing, sind wir in ein Brauhaus, doch war auf dem Weg dorthin mein weises T-Shirt schon völlig durchnässt und inzwischen durchsichtig. Es störte mich nicht und ihm gefiel es wohl sehr gut. Wir tranken ein paar Bier. Wir brauchten den Alkohol nicht um locker zu werden, nein er schmeckte einfach gut. Hin und wieder sind wir raus auf den Holzsteg um zu rauchen und da passierte es. Bis heute weiß ich nicht ob wirklich er unsicher war oder ob er viel mehr mich beruhigen wollte, obwohl ich total ruhig war. „Darf ich was ausprobieren?“ hat er mich gefragt. Ich wusste gar nicht was er von mir wollte, denn so hatte mich noch niemand zuvor nach dem ersten Kuss gefragt, aber klar warum sollte er nicht dürfen. Schon am Flussufer hatte ich auf diesen Moment gewartet. Der Kuss war lang und intensiv und wir gerieten langsam weiter in den Strudel einer nicht ganz normalen Geschichte.

Ist das jetzt Kapitel 1 eines Buches? Sind Buchkapitel nicht länger? Ich kann es momentan nicht sagen. Eigentlich wollte ich nur einen Brief schreiben. Nur für ihn. Aber warum sollte ich das alles für ihn aufschreiben schließlich war er ja dabei. Manchmal in Farbe, öfter Schwarz-Weiß, manchmal in meinem Arm und manchmal Kilometer weit weg. Unsere Gedanken waren Euphorisch und auch von Hass und Wut zerfressen. Ich habe seinen sanften beruhigenden Blick spüren dürfen, aber mich auch von einem Hass erfülltem Blick fürchten müssen.

Ich hoffe diese Welt der Manie bis hin zur Depression und dem Hass, im Laufe der Zeit hier niederschreiben zu können, denn eventuell hat genau diese Zeit mein Leben nicht nur verändert, sondern auch gerettet.